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Zielgebiet: Burundi 

Die Republik Burundi liegt zwischen Ost- und Zentralafrika im Bereich der Großen Seen (Tanganjika-See) und gehört mit ihren 27.834 km2 (davon 1.867 km2 Wasser) zu den kleinsten Ländern Afrikas. Im Vergleich zu Österreich ist Burundi etwas kleiner als Nieder- und Oberösterreich zusammen. Gegen Westen grenzt Burundi an die Demokratische Republik Kongo, im Norden an Ruanda und im Süd-Osten an Tansania.

Die Amtssprachen sind Kirundi und Französisch.

Die Bevölkerung ist ethnisch unterteilt in Hutu (ca. 85 %), Tutsi (ca. 15 %) und Twa (2 %).

Bujumbura ist die Hauptstadt und zählt rund eine Million Menschen, landesweit hat Burundi über elf Millionen EinwohnerInnen. 

Zahlen: 

 

  • Burundi war 2017 laut der Weltbank mit einem BIP per Capita von $ 280 eines der ärmsten Länder der Welt.

  • Der UN Human Development Report 2018 bestätigt dies und listet Burundi in der Kategorie der „Low Human Development“ Länder an 185. Stelle von 189 Ländern.

  • Auch der Ausschuss für Entwicklungshilfe (DAC) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zählt Burundi derzeit zu den „Least Developed Countries“.

  • 81 Prozent der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. 

  • Das Bevölkerungswachstum von über 3% übersteigt das Wirtschaftswachstum deutlich.

Geschichtlicher Hintergrund

Burundi ist geprägt von einem Jahrzehnte andauernden ethnopolitischen Konflikt zwischen Hutu und Tutsi, welcher in den 1990er Jahren in einem grausamen Bürgerkrieg mündete. Es lässt sich historisch nicht mit Sicherheit feststellen, ob die Trennung innerhalb der Bevölkerung auf funktioneller Basis (Oberschicht und Arbeiterklasse) oder ethnischer Basis (Volksgruppen) entstand und wie weit sie tatsächlich zurückgeht. Tatsache ist, dass die komplexe koloniale Vergangenheit enorme Ungleichheiten produziert hat.  Man einigte sich in der Verfassung auf eine Machtteilung in Regierung, Parlament, Verwaltung, Polizei und Armee, wodurch die Polarisierung von Hutu und Tutsi auf politischer Ebene stark abgeschwächt wurde. Das große Versäumnis lag darin, dass nach Beendigung des Bürgerkriegs auf politischer Ebene keine unabhängige Aufarbeitung und Versöhnung innerhalb der Bevölkerung stattfand. Die ethnische Selbstidentifikation ist weiterhin stark verbreitet. Die Menschen identifizieren sich nicht als BurunderInnen, sondern nach wie vor als Hutu und Tutsi bzw. Twa. Ebenso werden politische Positionierungen und historische Ereignisse vor dem Hintergrund ethnischer Zugehörigkeiten bewertet. Aus diesem Grund ist die Bevölkerung sehr anfällig, für Instrumentalisierung durch einzelne politische Akteure über ethnische Identifikationsmuster, um daraus Kapital zu schlagen und Ressentiments gegenüber der anderen Volksgruppe zu schüren. Und dies trotz der Tatsache, dass es heutzutage auf politischer Ebene nicht mehr primär um den Konflikt zwischen Hutu und Tutsi geht, sondern vorrangig zwischen dem vorherrschenden Regime und seinen politischen und gesellschaftlichen Opponenten.

Lebensraum Kinder und Jugendliche 

Kinder und Jugendliche in Burundi stellen eine besonders gefährdete Zielgruppe dar. Sie sind am meisten verwundbar und besonders schutzbedürftig. Kinder brauchen für eine gesunde Entwicklung eine sichere Umgebung, in der ihre kindlichen Bedürfnisse – regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus, Nahrung und Trinken, Körperpflege, Gesundheitsfürsorge, Sicherheit, soziale Gemeinschaft, Wertschätzung, Bewegung, Lernimpulse, Bildung – befriedigt werden. Dabei steht das aktive Spiel als wesentliche Lernmethode und Haupttätigkeit des Kindes im Vordergrund. Durch Körpererfahrungen stärken Kinder ihren Selbstwert und lernen ihre Grenzen kennen, ihre Gefühle auszudrücken, aber auch den sozialen Umgang mit anderen Menschen.  


Zahlen: 

 

  • Das Durchschnittsalter der Bevölkerung liegt bei 17,6 Jahren.

  • 46% der Bevölkerung sind unter 14 Jahren. 

  • Die Einhaltung der internationalen Kinderrechte sind nicht gewährleistet, da in der Gesellschaft das Bewusstsein dafür noch nicht ausreichend vorhanden ist. Obwohl an öffentlichen Schulen die körperliche Züchtigung von der Regierung bereits verboten wurde, ist die Prügelstrafe in der Familie noch weit verbreitet.

  • Auf Grund der hohen Geburtenrate haben viele Kinder keinen Zugang zur Bildung und müssen in jungen Jahren bereits zum Familieneinkommen beitragen. Gemessen an der Gesamtbevölkerung arbeiten 31,6% der Kinder zwischen 5 und 17 Jahren. Die klassische Rollenverteilung, dass die Jungen Arbeit suchen, während die Mädchen beim Haushalt und der Kindererziehung mittragen, ist burundische Realität.  

  • Auch der öffentliche Raum ist nicht kinderfreundlich. Frei zugängliche Spiel- sowie Sportplätze sucht man in der dicht besiedelten Hauptstadt Bujumbura vergebens. Da bleibt für die Mehrzahl der Kinder folglich nur die gefährlichen Straßen zum (Fußball-)Spielen.